
Warum wir unsere Infrarotheizgeräte mit Dampf „quälen“
Wir bauen unsere Badezimmerlampen so, dass sie dem IP55-Standard entsprechen. Auf dem Papier bedeutet das einfach nur, dass der Gehäusekomplex Staub fernhält und einem Wasserschwall aus jeder Richtung standhalten kann. Doch das ist noch nicht alles: Die Angaben zum Schutzgrad sagen nichts darüber aus, was nach fünf Jahren voller Duschen mit Dampf und kalten Morgenstunden passiert.
Deshalb verlassen wir uns nicht einfach auf diese Angaben. Jede Charge wird durch „Feuchtigkeits- und Hitzeprüfungen“ gebracht. Im Grunde versuchen wir, die Geräte bereits vor der Lieferung an den Kunden zu zerstören.
Der Kampf gegen Feuchtigkeit
Badezimmer sind für Elektronikprodukte wirklich grausam. In Sekundenschnelle wechselt die Temperatur von kalter Luft zu dichtem Dampf. Dadurch entsteht eine Art Vakuumeffekt, der den feuchten Luftstrom direkt durch die Dichtungen lässt. Wenn diese Feuchtigkeit die internen Kabel oder die Anschlüsse des Quarztubes berührt, entsteht Oxidation – im Grunde genommen „Rost“ für Elektronikprodukte. Dadurch entsteht Widerstand, die Anschlüsse überhitzen, und letztendlich funktioniert das ganze Gerät nicht mehr.
Um das zu verhindern, stellen wir die Geräte in eine Kammer mit 85 % relativer Feuchtigkeit und hoher Temperatur für Hunderte von Stunden. Wir prüfen nicht nur, ob das Gerät die Prüfung besteht – wir suchen vielmehr nach dem Punkt, an dem die Dichtung zuerst versagt.
Hitze, Dehnung und Bruch
Das Infrarotelement wird sehr schnell extrem heiß. Gleichzeitig bleibt das äußere Gehäuse relativ kühl. Dadurch entsteht ein riesiger Temperaturunterschied. Die Materialien dehnen und schrumpfen dabei in unterschiedlichem Maße – das setzt großen Druck auf die Dichtungen. Ist das Material zu steif, reißt es; ist es zu weich, verformt es sich.
Unsere Prüfungen zwingen diese Materialien, wirklich stark belastet zu werden. Wir wollen sicherstellen, dass die wasserdichte Membran auch nach einigen Monaten Gebrauch weiterhin intakt bleibt.
Die Suche nach dem richtigen Gleichgewicht
Es gibt hier ein schwieriges Gleichgewicht. Wenn wir die Dichtung zu fest machen, um eine „perfekte“ Wasserdichtigkeit zu erreichen, sitzt die Hitze im Inneren des Gehäuses fest. Das ist ein Problem, denn dadurch werden die internen Kondensatoren beschädigt, was wiederum die Lebensdauer des Heizgeräts verringert.
Es handelt sich dabei um ein Gleichgewichtsspiel. Wir sorgen dafür, dass die Dichtung stark genug ist, um Wasser fernzuhalten – aber gleichzeitig lassen wir genügend Belüftung zu, damit die Elektronik atmen kann. Nur so kann sichergestellt werden, dass das Heizgerät tatsächlich lange hält.